Mario Sedlak
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Chemische Verbindungen

Als Schüler habe ich gedacht, dass die Chemie als Wissenschaft alle Verbindungen von Elementen gleichermaßen erforscht. Doch im Unterricht kamen ausgefallene Verbindungen wie Yttriumnitrid oder Lanthancarbonat nicht vor. Wahrscheinlich würde ein ganzes Chemikerleben nicht ausreichen, um alle zu studieren, denn es sind über 100 Millionen verschiedene Verbindungen bekannt, und alle paar Sekunden wird eine weitere beschrieben.

Grundsätzlich wird also in der Chemie tatsächlich alles erforscht, aber der klare Schwerpunkt dürfte bei den Stoffen liegen, die eine praktische Bedeutung haben.

Beispiele

Name Abk. Bedeutung für/als
Wasser H2O Gewässer
Methan CH4 Treibhauseffekt
Ethanol (Alkohol) C2H6O
Kohlenmonoxid CO Luftverschmutzung
Kohlendioxid CO2 Treibhauseffekt
Kohlensäure H2CO3
Stickoxide NOx Luftverschmutzung
Lachgas N2O Treibhauseffekt
Ammoniak NH3 Luftverschmutzung
Ozon O3
Natriumchlorid (Kochsalz) NaCl essen
Schwefeldioxid SO2 Luftverschmutzung
Schwefelsäure H2SO4 Luftverschmutzung (saurer Regen)
Titandioxid TiO2 Bestandteil von Sonnencremes mit Nanotechnologie
Zinkoxid ZnO Bestandteil von Sonnencremes mit Nanotechnologie
Quecksilberbromid HgBr2 Quecksilberabscheidung bei Kohlekraftwerken
Hg2Br2
Quecksilbersulfat HgSO4 Quecksilberabscheidung bei Kohlekraftwerken
Hg2SO4

Schreibweise

Nur bei kleinen Molekülen reicht es aus, anzugeben, welche Elemente wie oft enthalten sind (Summenformel). Bei größeren Molekülen ist diese kompakte Schreibweise nicht eindeutig, da dieselben Atome auf verschiedene Weise miteinander verbunden sein können (Isomerie). Hier braucht man dann eine Strukturformel. Die Summenformel wird meist nur zur systematischen Zusammenfassung von Verbindungen in Nachschlagewerken und ähnlichem verwendet sowie wenn es lediglich auf die in einer Reaktion umgesetzten Mengen ankommt (Stöchiometrie).[1]

Die Abkürzungen der Elemente werden immer in aufrechter Schrift geschrieben. Hingegen sind Bezeichnungen wie R für "Rest" oder Me für irgendein Metall-Atom meines Erachtens kursiv zu schreiben, da es sich um eine Variable handelt. Das scheinen aber nicht alle Chemiker so handzuhaben.

Benennung

Die Chemiker haben systematische Regeln aufgestellt, mit denen alle Verbindungen eindeutig benannt werden können. Das ist eine beachtliche und wichtige Leistung, die ermöglicht, dass Chemiker international vom Gleichen sprechen. Je komplexer die Verbindungen werden, desto komplexer wird der systematische Name – es gibt ganze Bücher über die korrekte Benennung! Der Name kann aber auch von einem Computer gebildet werden, wenn man ihm die chemische Struktur vorgibt.

Für größere Moleküle werden die Namen rasch unhandlich lang. Das relativiert den Vorteil der Systematik. Es gibt Medikamente, deren systematischer Wirkstoffname über 1500 Zeichen hat.[2] Für Proteine, die aus bis zu 30 000 Aminosäuren bestehen, wäre der Standardname bis zu 189 819 Buchstaben lang. Den längsten auch nur einmal zu lesen, dauert 3 Stunden.

Weiter

Endungen für Namen von chemischen Verbindungen

Weblinks

Quellen

[1] Hugo Hubacek: Lehrbuch der Chemie. Wien: R. Oldenburg, 1986, S. 177
[2] Heinrich P. Koch: Woher kommen die Namen für unsere Arzneimittel? (PDF), Österreichische Apotheker-Zeitung, 11.8.1990, S. 609 (im PDF S. 6)