Mario Sedlak
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Denkweisen von Chemikern

Wie der Chemiker Eigenschaften von Stoffen bestimmt, die aus den physikalischen Grundprinzipien zu schwer herleitbar wären oder wo die grundlegenden Gesetze noch nicht bekannt sind:

Er lernt zum Beispiel: Zur Berechnung der Bindungsenergie nehme man den und den Wert von A, aber um das Absorptionsspektrum angenähert richtig zu erhalten, verwende man einen anderen Wert von A. Sie empfinden vielleicht, dass sich dies absurd anhört. Es ist vom Standpunkt eines Physikers, der versucht, die Natur aus den Grundprinzipien zu verstehen, nicht sehr befriedigend. Aber das Problem des Chemikers ist anders. Er muss versuchen, vorausschauend zu überlegen, was mit Molekülen geschehen wird, die noch nicht gebildet worden sind oder die nicht vollkommen verstanden werden. Was er braucht, ist eine Reihe von Erfahrungsregeln, es ist dabei gleich, woher sie kommen. [!] Er benutzt die Theorie auf eine ganz andere Art als der Physiker. Er nimmt Gleichungen, die einen Schimmer der Wahrheit enthalten, aber dann muss er die Konstanten in ihnen ändern – und empirische Korrekturen vornehmen.[1]

Maßeinheiten

Chemiker beobachten meist nicht einzelne Atome oder Moleküle, sondern arbeiten mit wägbaren Mengen. Deswegen verwenden sie auch andere Maßeinheiten als ein Physiker:

Selbstverständnis

Die Chemie ist ... eines der tragenden Fundamente der gesamten Technik ... Die Chemie ... schaffte für viele eine wesentliche Steigerung der Lebenserwartung sowie eine deutlich erkennbare Verbesserung des Lebensstandards.[2]
Ohne den Einsatz chemischer Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel müsste die halbe Menschheit verhungern.[3]
Die Floskel "da ist Chemie drin" bringt mich jedesmal auf die Palme, schließlich ist alles was uns umgibt (ob schädlich oder nicht) nichts als Chemie.

Der Chemielehrer James Kennedy kämpft gegen "Chemophobie". Er listet z. B. die natürlichen Inhaltsstoffe eines Kohlkopfs auf, was sich für Laien wie der ärgste Chemiecocktail liest.

Meine Meinung

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Chemische Elemente

Quellen

[1] Richard P. Feynman, Robert B. Leighton, Matthew Sands: Vorlesungen über Physik. Band 3: Quantenmechanik. München: Oldenburg, 1987 (amerik. Original 1963), S. 330f.
[2] Hugo Hubacek: Lehrbuch der Chemie. Wien: R. Oldenburg, 1986, S. 12
[3] Rudolf Kohlhauser: Einführung in die allgemeine und anorganische Chemie. für die Oberstufe der allgemeinbildenden höheren Schulen und höheren land- und forstwirtschaftlichen Lehranstalten. Salzburg: Salzburger Jugend, 5. Aufl. 1973?, S. 7