Klimaanlagen
Ich hasse Klimaanlagen, denn wenn es kalt ist, werde ich leicht krank. In Zügen, in Bussen und am Arbeitsplatz kann man ihnen oft nicht ausweichen. Bei einem meiner Arbeitgeber war es im Sommer manchmal kälter als im Winter. An einem kühlen Sommertag hatte es in Bodennähe, wo sich meine Füße befinden, 15°C. Warum muss es so kalt sein? Dem ging ich auf den Grund und fand heraus:
- In dem Gebäude, wo ich arbeitete, gibt es zwei Einrichtungen zur Raumtemperierung:
- an der Decke eine Frischluftversorgung, die fix auf 22°C eingestellt ist
- unter den Fenstern ein Fancoil, der auf Wunsch weiter runter kühlt
- Der Fancoil wird über ein Thermostat gesteuert, das die Mitarbeiter selbst einstellen können. Dort waren an dem besagten Tag 21°C eingestellt.
- Der Thermostat steuert allerdings nicht die Temperatur der kalten Luft, die herausgeblasen wird, sondern nur, ob überhaupt Luft herausgeblasen wird.
- Der Fancoil kühlt mittels kaltem Wasser, das zentral auf eine Temperatur von 5°C unter Außentemperatur gebracht wurde. Da es an dem kühlen Sommertag draußen nur 18°C hatte, ergaben sich 13°C.
- Da kalte Luft nicht aufsteigt und die Isttemperatur vom Thermostat ca. 1,5 m über dem Boden gemessen wird, schaltete der Fancoil im offenen Großraumbüro nie ab. In 1,5 m Höhe blieb die Temperatur immer über 23°C, egal wie lang der Fancoil schon lief.
Die Haustechniker, die mir freundlicherweise diese Informationen gaben, finden diese Funktionsweise völlig in Ordnung. Sie meinen, das muss alles so sein, geht nicht besser und man muss sich halt mit den Kollegen abstimmen, welche Temperatur man einstellt.
Viele Einstellmöglichkeiten hat man allerdings nicht:
- Dreht man den Fancoil ab, hat es im Büro 23–
24°C. - Dreht man ihn auf, hat es in Bodennähe 15°C (bei 18°C Außentemperatur).
- Zwischenstufen gibt es nicht. Nur die Gebläsestärke lässt sich in drei Stufen variieren. Die 15°C ergeben sich bei kleinster Stufe.
- Die Fenster könnte man noch aufmachen. Allerdings gibt es auch bei geöffnetem Fenster nur einen ca. 2 cm hohen Spalt, durch den Luft strömen könnte, denn das Haus hat eine äußere Glasfassade, die fix ist. Viel tut sich da nicht, ich hatte es probiert. Außerdem steigt bis am Nachmittag oft die Außentemperatur, da nützt das Lüften dann nichts. Die Fancoil-
Temperatur blieb hingegen konstant niedrig.
Man hatte also nur die Wahl zwischen 15°C und 24°C, wobei die besonders niedrige Temperatur nur an kühlen Sommertagen auftrat.
Dass das Raumkühlungskonzept doch nicht so sein muss, zeigte sich 3 Jahre später: Ab da wurde nur noch auf eine Temperatur von min. 18,5°C heruntergekühlt.
Kritik
Auch wenn die meisten mit dieser Klimaanlage kein Problem haben und es klar ist, dass man es niemals allen recht machen kann, finde ich dieses Raumkühlungskonzept völlig widersinnig:
- Wenn es draußen 18°C hat, wieso wird dann die ins Büro geleitete Frischluft auf 22°C erwärmt? Ist es bei 18°C schon nötig, zu heizen? Wäre nicht ein Intervall von 20–
24°C angemessen, zumal durch die Abwärme von Geräten und durch Sonneneinstrahlung ohnehin noch 1– 2°C dazukommen? - Wieso wurde gleichzeitig besonders kaltes Wasser für den Fancoil bereitgestellt? Wäre eine Temperatur von 20°C nicht ausreichend? Wer will gerne 13°C im Büro haben?
- Sinnvoller wäre z. B. eine Begrenzung auf maximal 5°C unter Raumtemperatur. Die Außentemperatur ist im Büro nicht relevant, da die laufend zugeführte Frischluft ohnehin temperiert ist, wenn auch etwas zu hoch.
- Die Kühl-
Einrichtungen sollten so platziert sein, dass sich keine Kälteseen bilden.
Gesundheitliche Auswirkungen
Ich kenne meinen Körper und bin mir sicher, dass mich die kalte Luft im Büro krank gemacht hat. Die Symptome waren: erhöhte Temperatur, nächtliche Schweißausbrüche und Müdigkeit. Dabei hatte ich mir "Winterkleidung" ins Büro mitgenommen, aber als es die 15°C hatte, fror ich trotz 2. Hose.
Ich habe Verständnis dafür, dass es manche Leute kälter brauchen als ich. Ich weiß, dass ich ziemlich kälteempfindlich bin. Dafür gibt es leider viel weniger Verständnis. Viele glauben vermutlich, die "Angst" vor der Kälte ist unbegründet und nur eine Sache der Bequemlichkeit. Sogar als "Querulant" wurde ich deswegen schon bezeichnet! Gekühlte Räume sind für mich kein angenehmer Komfort, sondern so unangenehm wie wenn im Winter die Heizung ausfällt.
Mediziner empfehlen eine Kühlung um maximal 5–
Am Büro-
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Siehe auch
- Kritik an den ÖBB wegen zu starker Kühlung in den modernen Zügen