Erweiterungen der gängigen Zahlenbereiche
Im Gegensatz zu natürlichen Zahlen, ganzen Zahlen, rationalen Zahlen, reellen Zahlen und komplexen Zahlen werden die nachfolgenden „Zahlen“ viel seltener gebraucht – hauptsächlich in der theoretischen Mathematik und Physik.
Erweiterungen der komplexen Zahlen (hyperkomplexe Zahlen)
Beschreibung | Verwendung | |
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Die komplexen Zahlen braucht man nicht erweitern, da sie algebraisch abgeschlossen sind, aber man kann sie erweitern: einfach eine zweite imaginäre Einheit j dazugeben. Das ergibt dann „Zahlen“ der Form a + bi + cj + dij. Bei der Multiplikation von Quaternionen kommt es auf die Reihenfolge der Multiplikatoren an. |
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Weitere Verdopplung auf nun acht Komponenten (eine reelle und sieben nicht weiter rückführbare imaginäre): a + bi + cj + dk + eij + fik + gjk + hijk Bei der Multiplikation von Oktonionen kommt es nicht nur auf die Reihenfolge an, sondern auch, wenn drei oder mehr Oktonionen zu multiplizieren sind, welche Multiplikation als erstes ausgeführt wird (Assoziativgesetz). | selten | |
Nochmalige Verdopplung auf nun 16 Komponenten Multiplikation zweier Sedenionen, die ungleich 0 sind, kann 0 ergeben! | dadurch kaum noch brauchbar |
Erweiterungen der reellen Zahlen
Beschreibung | Verwendung | |||||||||
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| Erweiterung der reellen Zahlen um unendlich kleine und unendlich große Zahlen (Infinitesimalzahlen) | Differential- und Integralrechnung in der Nichtstandardanalysis | ||||||||
größtmöglicher denkbarer Zahlenbereich mit Größer-Spieltheorie
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| reelle Zahlen +/− unendlich
| formale Angabe von Grenzwerten
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| Wie komplexe Zahlen, aber die nicht- | Formal wie bei Grenzwertbetrachtungen, wo Epsilon zum Quadrat = 0 ist alternative Darstellung für gewisse Theorien
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| Wie komplexe Zahlen, aber die nicht- | |
Erweiterungen der rationalen Zahlen
Beschreibung | Verwendung | |
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Zahlen mit (u. U.) unendlich vielen Ziffern vor dem Komma (was durch ein geeignet definiertes Stellenwertsystem dennoch auf endliche Werte führt) | Zahlentheorie |
Erweiterungen der ganzen Zahlen
Beschreibung | Verwendung | |
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komplexe Zahlen a + bi mit ganzzahligen Koffizienten a und b | Zahlentheorie | |
Ergänzung der ganzen Zahlen um ganzzahlige Vielfache der komplexen dritten Wurzel von 1 (Das ist die Form a + be2πi/3 mit ganzzahligen a und b.)
Ergibt Dreiecksgitter in der komplexen Zahlenebene | Zahlentheorie |
Das sind eigentlich beides keine neuen Zahlenbereiche, sondern Teilmengen der bekannten komplexen Zahlen.
Erweiterungen der natürlichen Zahlen
Beschreibung | Verwendung | ||||
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Verallgemeinerung des Begriffs „Anzahl der Elemente“ auf unendliche Mengen In der angewandten Mathematik kommen praktisch keine Mengen vor, die eine größere Kardinalzahl als die reellen Funktionen haben. Theoretisch gibt es aber nach oben keine Grenze, da jede Menge eine kleinere Kardinalzahl als die Menge aller ihrer Teilmengen hat. | unendliche Mengen | ||||
Für Mengen mit Größer-Beweise bzw. Beweiskraft von mathematischen Theorien
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Teilmenge der hyperreellen Zahlen (alle natürlichen Zahlen mit ihren unendlich nahen Nachbarn und unendlich große Zahlen)
| Nichtstandardanalysis
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