Mario Sedlak
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HTL für EDV und Betriebstechnik

Die Höhere Technische Lehranstalt für EDV und Betriebstechnik bot eine 5-jährige Ausbildung, welche ich nach der Pflichtschule von 1989–1994 am Schulzentrum Ungargasse absolviert habe. Heute wird nicht mehr die Richtung "EDV und Betriebstechnik", sondern eine Ausbildung mit leicht anderen Schwerpunkten angeboten.

Aufnahme

Bereits ein halbes Jahr vor geplantem Schuleintritt muss man sich anmelden. Als ich mich anmeldete gab es auch noch eine Aufnahmsprüfung. Diese wurde inzwischen (so viel ich weiß aus Kostengründen) weitgehend abgeschafft. Im Allgemeinen ist der Andrang in die HTL größer als das vorhandene Platzangebot. Eine Reihung erfolgt nach dem Notendurchschnitt der letzten Zeugnisse.

Ich habe mich für die HTL für EDV und Betriebstechnik entschieden, weil ich was mit Computern tun wollte.

Lehrstoff

Obwohl die Richtung "EDV und Betriebstechnik" hieß, gab es erst im 2. Jahrgang erstmals EDV-Unterricht. Die ersten 3 Jahre bildeten praktische Übungen in der Werkstätte den Schwerpunkt. Gegenstände aus dem Bereich Maschinenbau und Fertigungstechnik hatten insgesamt über die 5 Jahre mehr Wochenstunden als EDV-Fächer.

Siehe Stundentafel für mehr Details.

Mein Eindruck

Für die Umstellung von der Hauptschule auf die HTL brauchte ich einige Zeit. Im Laufe der Jahre optimierte ich meine Lern- und Arbeitsmethoden und erzielte immer bessere Ergebnisse. Ich war nie so viel überfordert, dass mir ein Nicht Genügend drohte.

Die vielen Werkstätten-Stunden, in denen tw. rein manuell (ohne Maschinen) gearbeitet werden musste, waren eine lange Durststrecke für mich. Ich hätte lieber mehr EDV-Unterricht oder theoretische Fächer gehabt. Konstruktionsübungen verursachte mehr Hausübungs-Aufwand als alle anderen Fächer zusammen. Dennoch lernte ich nicht wirklich die Grundsätze des Konstruierens von Werkstücken.

In vielen Gegenständen wurde meines Erachtens auf einem sehr abstrakten Niveau gelehrt. Z. B. musste man Arten von Bauteilen bereits im 1. Jahr allein anhand von technischen Zeichnungen lernen. Und in Betriebstechnik wurden fast nur allgemeine Zusammenhänge mit komplizierten Definitionen gelehrt, aber kaum Beispiele aus der Praxis, die tatsächlich bei einem Unternehmen aufgetreten waren.

Beim EDV-Unterricht hatte meine Klasse das Pech, sehr viele verschiedene Lehrer bekommen zu haben, von denen jeder wieder von Null begann. Die EDV-Projekte, die im letzten Jahrgang stattfanden, waren etwas chaotisch, aber gerade deswegen sehr gut. In meinem späteren Berufsleben hatte ich mit Programmierern zu tun, die offenbar in der Schule nur genau definierte Spezifikationen als Aufgabe bekommen hatten und daher praxisferne Vorstellungen von der Softwareentwicklung haben.

Mitschüler

Mobbing, Raufereien und andere "Späße" gehörten zum Alltag. Die Klassenbesten wurden von den anderen oft "Streber" genannt und waren nicht so beliebt; vielleicht weil sie die Messlatte für alle erhöhen. Unter den besseren Schülern herrschte manchmal ausgeprägtes Konkurrenzdenken. Aber es war nicht immer alles negativ: Meine Kollegen haben mir auch mal geholfen oder sich für mich eingesetzt.

Lehrer

Die fachlichen und didaktischen Fähigkeiten der Lehrer sind breit gestreut. Etliche Lehrer konnten sich gegenüber ihren Schülern nicht durchsetzen. Ein Problem ist meiner Erfahrung nach, dass die meisten Schüler sehr schlecht motiviert sind: Sie wollen nicht wirklich etwas lernen. Zwei Lehrer hatten deshalb frustriert aufgegeben.

Mein Fazit

Grundsätzlich finde ich die Mischung aus EDV und Maschinenbau/Fertigungstechnik gut, nur die Gewichtung etwas fragwürdig. Vielleicht musste man hier auf die vorhandenen Räumlichkeiten und Lehrkräfte, die man ja nicht arbeitslos machen kann, Rücksicht nehmen?

Sehr wenig von dem gelehrten Fachwissen brauche ich heute in meinem Beruf oder beim Lernen in meiner Freizeit. Wichtiger als das Fachwissen ist allerdings der Schatz an Erfahrungen, der in meine Intuition eingeflossen ist und mein Lern- und Problemlösungsvermögen allgemein steigerte.

Ein Mangel dieser wie jeder anderen Schule ist meiner Meinung nach, dass die sozialen Fähigkeiten so wenig am Lehrplan stehen. Ich würde diese sogar zu den Hauptzielen einer schulischen Ausbildung zählen, denn das reine Fachwissen kann ich mir auch ohne Lehrer aneignen.

Praxis

Es waren 8 Wochen Ferialpraxis vorgeschrieben. 4 Wochen mussten Werkstätten-Arbeiten sein, 4 Wochen Büro-Tätigkeiten.

Ich absolvierte diese Pflichtpraktika bei der OMV und bei der Firma "Europa Versand", welche diverse (dubiose) Gewinnspiele veranstaltete und im Direktvertrieb tätig war.

Abschluss

Die Ausbildung in der HTL wurde mit der Reifeprüfung (Matura) abgeschlossen, welche zum Studieren an einer Universität berechtigt.

Nach einigen Jahren Berufspraxis darf man sich den Titel "Ingenieur" verleihen lassen. Ich habe den Titel nie beantragt.

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Mathematik-Studium