Mario Sedlak
Irrtümer­sammlung
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Saugwirkung von fahrenden Zügen

Im Fernsehen wurde erklärt:

Beim Fahren schiebt der Zug einen schnellen Luftstrom vor sich her. Je schneller Luft strömt, desto geringer ist der Luftdruck. Die Luft seitlich des fahrenden Zuges wird nicht beschleunigt. Der Luftdruck dort ändert sich nicht und ist daher höher als vor dem fahrenden Zug. Übertritt man beim Einfahren des Zuges die Linie in Richtung Bahnsteigkante, kann man durch die Druckunterschiede ... im schlimmsten Fall ... auf die Gleise gezogen werden.[1]

Screenshot

Irrtum!

Vor dem Zug entsteht kein Unterdruck. Bewegte Luft nimmt im Freien rasch den Umgebungsdruck an. Unterdruck entsteht an der Vorderkante des Zuges, wo der Fahrtwind nach links/rechts wegströmt und dabei Luft von den Seitenflächen des Zuges wegzieht:

Screenshot

Quelle: Simulation durch Mr. CFD

Vor dem Zug entsteht ein Überdruck durch den Luftwiderstand. Gäbe es dort einen Unterdruck, würde dieser den Zug beschleunigen anstatt abbremsen. Das ist physikalisch nicht möglich. Reibung kann nicht zu Energiegewinn führen.

Die falsche Erklärung mit "strömende Luft hat einen geringeren Druck" ist ein alter Mythos, der früher auch in Schulbüchern stand. Er geht auf eine falsch angewandte Bernoulli-Gleichung zurück. Tatsächlich gilt die Bernoulli-Gleichung nur in Rohren!

Im Freien entsteht Unter- oder Überdruck, wenn die Strömung die Richtung ändert. Siehe Coanda-Effekt

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Wie Flugzeugflügel Auftrieb (nicht) erzeugen (Seite 8 von 9)

Quellen

[1] Kindersendung 1, 2 oder 3, ZDF, 21.11.2021, ab 6:00