Mario Sedlak
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Aufkleber am Postkästchen

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Folder der Umweltberatung

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Schild am Postkästchen

Werbematerial abbestellen

Die Flut von Werbung im Postkasten oder an der Wohnungstür ist zwar kostenlos, aber nur selten ist etwas wirklich Nützliches dabei. Manchmal bekam ich fast den Eindruck, die Unternehmen glauben, ich richte mir jede Woche meine Wohnung neu ein.

Ich fühle mich zwar von Werbezuschriften nicht belästigt, aber Berge von Druckwerken ungelesen zum Altpapier zu geben, erschien mir irgendwann nicht mehr vertretbar. Denn selbst wenn die Prospekte alle aus Recycling-Papier und mit umweltfreundlichsten Verfahren hergestellt werden würden, bleibt ein unnötiger Verbrauch an Rohstoffen und Energie, den ich selbst zu verantworten habe, da ja jeder die Möglichkeit hat, das Werbematerial abzulehnen.

Wo bekommt man den Aufkleber?

1. Möglichkeit: Bei der Umweltberatung

Die Umweltberatung schickt dir zwei Aufkleber (und eine Informationsbroschüre) gegen geringe Versandkosten zu. Kannst du gleich online bestellen (wenn du Cookies akzeptierst). Du zahlst nach Erhalt der Lieferung per Banküberweisung.

2. Möglichkeit: Bei der Hotline der Post

Unter der Telefonnummer 0810/010 100 kannst du einen Aufkleber für deinen Briefkasten (nicht für die Wohnungstür) bestellen.

3. Möglichkeit: Bei der Plattform Footprint

Für Sammelbestellungen ab 15 Stück wende dich an die Plattform Footprint. Sie schickt dir die Aufkleber kostenlos zum Weiterverteilen!

4. Möglichkeit: In der Trafik

Viele Trafiken haben Anti-Werbung-Pickerl, auch besonders große, in der Lade, die sie dir auf Nachfrage für ca. 3 € verkaufen.

5. Möglichkeit: Beim Fachverband Werbung

Das ist die komplizierteste Variante, denn die (Werbe-)Wirtschaft ist natürlich alles andere als erfreut darüber, wenn jemand keine "potenziell interessanten Informationen, Gutscheine oder Warenproben" mehr haben will. Den Aufkleber musst du per Brief anfordern und einen frankierten Rückumschlag beilegen. Näheres schreibt die Wirtschaftskammer Österreich auf einer Webseite. Wichtig: Wenn du sowohl für die Wohnungstür als auch für's Postkästchen einen Aufkleber brauchst, musst du das bei der Anforderung ausdrücklich dazuschreiben. Mehr wie zwei Stück bekommst du nicht. Seit 2012 behaupten die Werbemittelverteiler frech, dass ihre Aufkleber nur 3 Jahre gültig sind. Du kannst das aufgedruckte Ablaufdatum aber getrost unkenntlich machen.

Am Postamt bekommst du den Aufkleber nicht. Wenn du dort fragst, bekommst du nur ein kleines Zettelchen mit denselben Informationen wie auf genannter Website.

6. Möglichkeit: Selbst ausdrucken

Die Umweltberatung bietet eine schöne Vorlage (mit unbegrenzter Gültigkeit) an.

Robinson-Liste

Der Aufkleber "Bitte keine unadressierte Werbung" schützt nicht vor Werbesendungen, bei denen du mit Name und Anschrift als Empfänger genannt wirst. Um aus den Datenbanken der Adress-Händler gelöscht zu werden, musst du ein eigenes Schreiben absenden. Das geht diesmal auch per E-Mail.

Die Liste, in die du dich damit eintragen lässt, gilt nur für Österreich. Um auch aus Deutschland keine Werbepost mehr zu bekommen, kannst du dich in die deutsche Robinson-Liste eintragen. Das werde ich erst bei Bedarf tun.

Eine weitere Liste gibt es, um E-Mail-Werbung abzubestellen. Habe ich aber nicht genützt, denn echte Spam-E-Mails kann man damit nicht loswerden und für seriöse Unternehmen ist Werbung per E-Mail ohnehin verboten, wenn der Empfänger nicht vorher zugestimmt hat.

Zeitungen und Zeitschriften

Nirgendwo steht, welche unadressierten Sendungen "Werbematerial" sind. Die Post ist der Meinung, dass "Regionalmedien" auch an Kunden mit Werbeverzichtskleber zugestellt werden dürfen, obwohl in diesen Druckwerken bis zu 75% Werbung erlaubt sind. Diese Lücke nutzt z. B. die Floridsdorfer Bezirkszeitung. Die meisten Gratiszeitungen und -zeitschriften bekommst du aber nicht mehr, sobald du den Verzichtskleber angebracht hast. Das gilt auch für Kundenzeitschriften, wenn diese "an einen Haushalt" verschickt werden.

Manche Gratismedien kannst du bestellen, sodass du sie trotz Aufkleber weiterhin bekommst. Bei der Wiener Bezirkszeitung ist dieser Service sogar kostenlos.

Meine Erfahrung

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Meist wird das Werbematerial gar nicht gelesen.

Die Abmeldung klappte problemlos. Ich spare jetzt Zeit, da mein Altpapierkorb nicht mehr so schnell voll wird. Außerdem sehen Einbrecher nicht so leicht, ob ich längere Zeit außer Haus bin.

In dem Haus, in dem ich wohne, legen viele Mieter die Werbeblätter, die sie nicht (mehr) brauchen, auf die Postkästchen. Daher kann ich mir Prospekte und Zeitungen, die ich lesen möchte, von dort nehmen. Aber wenn es diese Möglichkeit nicht gäbe, wär's für mich auch kein Problem. Dass ich vielleicht mal ein Sonderangebot versäume, nehme ich in Kauf. Sonst müsste ich mir den Vorwurf gefallen lassen, für meinen eigenen Profit die Umwelt zu belasten.

Einige Firmen, hauptsächlich Pizza-Dienste, ignorieren den Aufkleber. Ob sie glauben, dass ihre teuer gedruckte Werbung so an einen guten Platz kommt? Rechtlich begehen sie eine Besitzstörung.

Weblinks