Mario Sedlak
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Beispiele für geplantes Kaputtgehen

Nicht alle behaupteten Fälle von geplantem Kaputtgehen entsprechen auch der Definition. Ich habe die am häufigsten genannten Beispiele eingeschätzt.

Tatsächlich "defekt nach Plan"

Beispiel Meine Einschätzung
Geplantes Kaputtgehen, wenn der Benutzer das Gerät ab einem gewissen Zählerstand nicht mehr verwenden kann
  • Geräte mit fix eingebauten Akkus
Geplantes Kaputtgehen, weil die Lebensdauer eines ganzen Geräts von einem Verschleißteil begrenzt wird (ohne dass es dem Käufer bewusstgemacht wird)
  • Geräte, die Akkus von Fremdherstellern schneller entladen, um schlechte Qualität vorzutäuschen
Geplantes Kaputtgehen
  • Geräte, die aufgrund von Spezialschrauben nicht selbst geöffnet werden können, um z. B. einen Akku zu tauschen
Geplantes Kaputtgehen, weil sich der Austausch von verschlissenen Teilen durch eine teure Werkstatt meist nicht lohnt

Zweifelhafte Beispiele

Foto

Wenn alles immer schneller kaputtgeht, dann gibt es immer mehr Elektroschrott.

Beispiel Meine Einschätzung
Sinnvolle Begrenzung der Lebensdauer zugunsten niedrigerer Stromkosten
Unbelegte Verschwörungstheorie
  • Fernseher, Computer, Videorekorder, Receiver und andere elektronische Geräte mit zu schwachen Bauteilen
Minderwertige Qualität; Ausmaß der Problemfälle wahrscheinlich übertrieben dargestellt
Üblicher Zusammenhang von Preis und Langlebigkeit

Sonstige Missstände (Themaverfehlung)

Diese Beispiele werden zwar häufig im Zusammenhang mit geplantem Kaputtgehen genannt, taugen aber nicht als Beleg für bewusst eingebaute Schwachstellen oder sonstige Tricks, um Produktlebenszeiten zu verkürzen.

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Kaputter Stiefel

Beispiel Meine Einschätzung
  • Smartphone, IPod, Playstation, Kaffeemaschine usw. gehen kurz nach Ende der Garantiefrist kaputt.
  • Die Sandale eines namhaften Herstellers hielt erst 10 Jahre, ihr Nachfolgemodell nur noch 3, die jüngste Version nicht mal 1 Jahr.
  • Autobatterien halten nur noch 3–4 anstatt 15 Jahre.
Minderwertige Qualität (Es ist durchaus möglich, dass die Qualität früher höher war, allerdings waren das meist auch die Preise, und die Hersteller werden durch den Qualitätsverfall nicht unbedingt reicher.)
  • Beim Handmixer greifen Plastikzahnräder und Bauteile aus Metall ineinander. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Erstere die Zähne verlieren".
Konstruktionsfehler, erklärbar mit Kostendruck (An Billigprodukten arbeiten wohl nicht immer die besten Ingenieure oder sie bekommen rigorose Sparvorgaben von oben.)
  • Bei der Kaffeemaschine bricht ein Schalter ab.
  • "Ich habe mittlerweile drei Herren-Jeans von Esprit, die bei normalem
    Bürogebrauch plötzlich gerissen sind (Gesäß- oder Oberschenkelbereich)."
  • "Nach nur einem Jahr krachte der 1er Sessel der Polstergruppe zusammen."[1]
Einzelne schlechte Erfahrungen
  • "Die Küchenmaschine besteht aus einem Mixer, einem Entsafter, einer Hack-, Reibe- und Schneidemaschine. Nur EIN Dichtungsring des Mixers ist kaputt und ich kann die ganze Maschine nicht mehr brauchen. Ein Ersatzteil ist nicht erhältlich."[2]
  • Für alte elektronische Geräte gibt es keine Software-Updates mehr.
  • Geräte werden fälschlicherweise als "irreparabel" bezeichnet.
Schlechter Service
  • Neue Modelle kommen immer schneller auf den Markt und werden so designt, dass das Vorgängermodell "alt" aussieht.
  • Bei Autos wurde der rasche Modellwechsel in den 1920er Jahren erfolgreich eingeführt. 1941 war die äußere Erscheinung des Fahrzeugs "zum vielleicht entscheidenden Verkaufsfaktor" geworden.
  • Der regelmäßige Wechsel von Modellen, nur weil sie aus der Mode waren ("psychische Obsoleszenz"), setzte sich weltweit durch.
Normale Marketingaktivität (Selbstverständlich überlegen sich Unternehmen, wie sie möglichst viel verkaufen können! Es besteht aber für niemanden ein Kaufzwang.)

Weiter

Geplantes Kaputtgehen von Druckern und Druckerfarbe

Quellen

[1] Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz: Dossier zur geplanten Obsoleszenz (PDF, 1 MB), 29.10.2013, S. 7, 11, 12
[2] Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz: Dossier zur geplanten Obsoleszenz (PDF, 1 MB), 29.10.2013, S. 16