Windkraftwerke
Windräder, die Strom erzeugen, wurden in den letzten Jahren in großer Zahl errichtet. Prognosen von der Zeit vor dem Jahr 2000 wurden weit übertroffen. Möglich gemacht hat das die Ökostrom-
In Österreich stehen derzeit Windkraftwerke mit einer maximalen Leistung von über 1000 MW – fast alle in den nördlichen und östlichen Bundesländern, da dort der meiste Wind weht.
Potenzial
Die Nutzung der Windkraft hat meines Erachtens entscheidende Vorteile gegenüber anderen Ökostrom-
- noch viel Platz für weitere Windkraftwerke
- relativ preiswert
- kein Bedarf an (teuren und begrenzten) Brennstoffen
In Österreich gäbe es genug nutzbare Flächen, um mit Windkraftwerken ca. 3 TWh/Jahr[1] zu produzieren. Das ist um die Hälfte mehr als derzeit. Eine neuere Studie kommt sogar auf 42 TWh/Jahr. Länder, die am Meer liegen, können noch viel mehr Wind "ernten" – theoretisch ausreichend für ganz Europa!
Schwankende Produktion
Die maximale Leistung erreichen Windkraftwerke natürlich nur bei starkem Wind. Gibt es keinen Wind, liefern sie auch keinen Strom. Das ist einer der größten Nachteile dieser Art von Kraftwerken. Sie bewirken Abweichungen zwischen Erzeugung und Verbrauch im Stromnetz, die laufend von anderen Kraftwerken ausgeglichen werden müssen.
Prognosefehler
Im Durchschnitt kann man die auftretenden Windgeschwindigkeiten recht genau voraussagen. Problematisch sind jedoch durchziehende Wetterfronten: Sie bewirken einen schnellen Leistungsanstieg von Windkraftwerken, und wenn die Front auch nur ein bisschen früher oder später als erwartet kommt, entsteht in der Zeit eine hohe Prognoseabweichung.
Typische Windabhängigkeit der Leistung
| Windgeschwindigkeit | Leistung | |
|---|---|---|
| <3 m/s | 0 kW | |
| 3 m/s | Einschaltgeschwindigkeit | 20 kW |
| 6 m/s | 160 kW | |
| 10 m/s | 800 kW | |
| 13 m/s | maximale Leistung | 1800 kW |
| >30 m/s | Abschaltgeschwindigkeit | 0 kW |
Bei doppelter Windgeschwindigkeit steigt die Leistung des Windkraftwerks auf das Achtfache!
Ursache: Bei schnellerem Wind hat jedes Luftteilchen mehr Energie und es kommt mehr Luft vorbei.
Konsequenzen
Regelkraftwerke müssen bereitstehen, um bei Strommangel oder -überschuss einspringen zu können. Es müssen aber nicht unbedingt neue gebaut werden. In Österreich gibt es viele Pumpspeicherkraftwerke, die die Schwankungen der Windkraftwerke sehr gut ausgleichen können – sofern das Stromnetz gut ausgebaut ist, denn Pumpspeicher gibt es nur in den Alpen und Windräder hauptsächlich im flachen Osten des Landes.
Vorteilhaft wäre auch, wenn nicht jedes kleine Land für sich die Schwankungen ausgleichen müsste. Je großräumiger Windkraftwerke verteilt sind, desto gleichmäßiger wird ihre Erzeugung und desto geringer werden die Ansprüche an die Reserve. Die Ansprüche an das Stromnetz steigen dabei jedoch. Viele neue Leitungen werden nötig.
Weiter
Siehe auch
- Ausgleichsenergiebedarf von Windkraftwerken – Ich habe mir angesehen, ob der Wind wirklich so ein "launiger Geselle" ist.
- Ökostrom
- Stromspeicherung
- Stromnetzausbau
Weblinks
- Bürgerwindpark RothaarWind mit sachkundigen, allgemein verständlichen Informationen über Technik sowie Vor- und Nachteile von Windkraftwerken
- Karte der Windkraftwerke in Österreich (Stand: 2006) – Fast alle stehen im Osten.
- Weltweite Windkraftwerksdatenbank
- Auswirkungen des Windkraftausbaus in Österreich, Studie im Auftrag der E-
Control , 8.2003 - Systemmodell zur Optimierung der Integration von Windenergieanlagen in Österreich und Deutschland (PDF, 1,4 MB)
- Wikipedia: Dena-
Netzstudie
Quellen
| [1] | alte Seite der E-Control (nur noch bei ausgeschaltetem Javascript aufrufbar) |


