Mario Sedlak
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Hochspannungsleitungen

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Handy am Ohr

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Gerät, das drahtlosen Zugang zum Internet ermöglicht

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Am Computer erscheinen die drahtlosen Internet-Zugänge – auch die von Nachbarn. An den grünen Balken rechts ist die Signalstärke erkennbar.

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Mobilfunksender (Basisstation für Handy-Telefonate)

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Auch Energiesparlampen werden für Elektrosmog kritisiert.

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Radiosender

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Amateurfunkgerät

Elektrosmog

In unserer heutigen Zivilisation sind wir durch Strom und Funk von unsichtbaren elektromagnetischen Feldern und Strahlen umgeben, die deutlich stärker sind, als sie natürlicherweise in unserem Lebensumfeld vorkommen. In Anspielung auf die Luftverschmutzung nennt man diese Felder und Strahlen "Elektrosmog". Ob dieser technisch erzeugte "Nebel" unsere Gesundheit wirklich gefährdet, ist allerdings umstritten.

Quellen von Elektrosmog

Die stärkste Quelle sind Handys während eines Telefonats, wohingegen die Belastung durch entfernte Sender um Größenordnungen geringer[1] ist.

Auswirkungen auf die Gesundheit

In weit über 10 000 Studien konnte kein Zusammenhang mit Krebs oder irgendeinem anderen Leiden nachgewiesen werden.[2] Zwar fanden manche Studien tatsächlich einen signifikanten Effekt, aber insgesamt ergibt sich kein stimmiges Bild.[3] Häufig zitierte Studien haben oft entscheidende Schwachpunkte.

Bei der statistischen Analyse von Fallzahlen sind eine Reihe von möglichen Fehlerquellen zu beachten. Z. B. sind in der Nähe von Hochspannungsleitungen die Grundstücke billiger, weshalb Familien mit unterdurchschnittlichem Einkommen eher dort wohnen, und diese haben generell ein höheres Krankheitsrisiko.[4]

Unstrittig ist, dass bei genügend hoher Stärke jede Art von Feld oder Strahlung Schädigungen hervorrufen kann. Wenn die Frequenz nicht größer als bei Radiowellen ist, entstehen Schäden jedoch ausschließlich durch eine zu hohe Erwärmung von Körperteilen. Daran orientieren sich die bestehenden Grenzwerte. Andere negative Einflüsse wurden bis jetzt nicht wiederholbar und überzeugend nachgewiesen.[5]

Nach Umfragen leiden bis zu 10% der Menschen[6] in Gegenwart von künstlich erzeugten Magnetfeldern und Radiowellen, wie sie von elektrisch betriebenen Geräten ausgehen, unter Beschwerden wie[7]

Die betroffenen Menschen werden Elektrosensible genannt. Trotz der tw. gravierenden Krankheitssymptome, die sich bei Meidung von Elektrosmog typischerweise rasch bessern, sind die Beschwerden unter kontrollierten Bedingungen nicht reproduzierbar:

Die Schmerzen, die Elektrosensible erleben, sind echt. Das zeigen Versuche mit Magnetresonanztomographie.[11]

Meine Meinung

Ich glaube, dass es schon länger auffallen hätte müssen, wenn Elektrosmog tatsächlich dermaßen schädlich ist, z. B. bei Amateurfunkern sowie Personen, die in Kraftwerken oder Umspannwerken arbeiten oder neben Fernsehsendern wohnen. Und wenn Elektrosmog bei sensiblen Menschen tatsächlich so gravierende Beschwerden hervorruft, dann müsste es ein Leichtes sein, einen Zusammenhang wissenschaftlich nachzuweisen. Dass der Effekt verschwindet, wenn jede Möglichkeit der (Selbst-)Täuschung ausgeschlossen wird, macht mich sehr skeptisch. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Art (negativen) Placebo-Effekt.

Kleinere Gesundheitswirkungen kann man aber nie ausschließen. Daher halte ich es für vertretbar, im Sinne eines vorbeugenden Schutzes von unnötig hoher Elektrosmog-Belastung abzuraten.

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Warnungen und Entwarnungen (Seite 2 von 4)

Weblinks

Quellen

[1] Wissenschaftlicher Beirat Funk: Die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema "Mobilfunk und Gesundheit" (PDF), S. 2
[2]
[3]
[4] Skeptiker. Zeitschrift für Wissenschaft und kritisches Denken, 3/1998, S. 92
[5]
  • Weltgesundheitsorganisation: Was sind elektromagnetische Felder? (PDF), S. 1
  • Bioelectromagnetics Newsletter, 3.2008 (PDF), S. 7 – "an analysis of the biological database reveals no consistently reproducible (independent) LLNT [low-level non-thermal] effect after about 50 or 60 years of research."
[6] Untersuchung des Phänomens "Elektrosensibilität" (PDF, 1 MB), Bericht an das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz, S. 9
[7] Österreichische Ärztekammer: Leitlinie der ÖAK zur Abklärung und Therapie EMF-bezogener Beschwerden und Krankheiten (PDF), S. 6
[8]
[9] Deutsche Strahlenschutzkommission: Stellungnahme für das deutsche Mobilfunk-Forschungsprogramm (PDF), S. 8
[10] Forschungsgemeinschaft Funk e.V.: Newsletter, 3/2006 (PDF), S. 28 – Die starken Symptome führten "zum Teil sogar zum vorzeitigen Abbruch des Versuches", aber nicht häufiger bei echter Bestrahlung als bei vorgetäuschter.
[11] Deutsche Strahlenschutzkommission: Stellungnahme für das deutsche Mobilfunk-Forschungsprogramm (PDF), S. 7

Seite erstellt am 5.12.2013 – letzte Änderung am 3.10.2019