Mario Sedlak
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Erdwärme-Kraftwerke

Die Nutzung der Erdwärme ist eine derzeit noch wenig verwendete, aber aussichtsreiche Technik zur Stromerzeugung.

Die Erde wird in ihrem Inneren durch den radioaktiven Zerfall von Atomen ständig aufgeheizt. In der Nähe von Vulkanen oder in Erdbebengebieten kann diese Wärme nahe an die Oberfläche kommen. Diese Gebiete eignen sich für Erdwärme-Kraftwerke besonders gut. Man kann aber praktisch überall ausreichend hohe Temperaturen vorfinden, wenn man nur tief genug bohrt (3–6 km).

Um die Wärme an die Oberfläche zu holen, pumpt man z. B. Wasser durch die heißen Gesteinsschichten. Dadurch kühlt das Gestein allmählich ab. Ein Erdwärme-Kraftwerk kann an einem bestimmten Standort daher nicht ewig betrieben werden – also nicht unbedingt das, was man sich unter "erneuerbarer Energie" vorstellt. Je nach Größe der genutzten Gesteinsformation dauert es zumindest Jahrhunderte, bis das abgekühlte Material wieder seine ursprüngliche Temperatur erreicht hat. Im Extremfall, bei flächendeckender Nutzung der Erdwärme, würde es wahrscheinlich über 5000 Jahre dauern.[1] Das liegt an der geringen Wärmeleitfähigkeit des Gesteins, welche zugleich auch der Grund dafür ist, dass die Erdwärme nur in geringem Ausmaß über die Erdoberfläche verloren geht.

Potenzial

Betrachtet man den Wärmevorrat des gesamten Erdinneren, ist dieser nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich. Technisch und wirtschaftlich sind jedoch nur die obersten 3–6 km nutzbar. Trotzdem könnten Erdwärme-Kraftwerke in Deutschland den halben Stromverbrauch des Landes decken. Bei dieser Nutzungsrate würde die gespeicherte Erdwärme für 1000 Jahre reichen.[2] Danach wäre die "unerschöpfliche" Energiequelle vorübergehend erschöpft.

Vorteile

Nachteile

Weiter

Solarzellen

Siehe auch

Weblinks

Quellen

[1] Eigene Abschätzung anhand der Daten in Möglichkeiten geothermaler Stromerzeugung in Deutschland (PDF, 3,3 MB), S. 5, 17f. (im PDF S. 7, 19f.):
  • Gesamtpotenzial in Deutschland: 300 000 TWh elektrisch = ca. 1 500 000 TWh thermisch
  • Wärmefluss:
    • 70 kW/km2 aus tieferen Schichten
    • +4 kW/km2 im genutzten Gestein selbst
  • Ergibt 27 GW = 237 TWh/Jahr auf der Fläche Deutschlands
  • 1 500 000 TWh/237 TWh/Jahr = 6329 Jahre
[2] Greenpeace: 2000 Megawatt – sauber! Die Alternative zum geplanten RWE Braunkohle-Kraftwerk Neurath (PDF, 2,7 MB), 9/2005, S. 17–20 (im PDF S. 21–24)