Mario Sedlak
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Fährt man elektrisch, muss man mehr auf die Reichweite achten.

Verbrauch und Reichweite von Elektroautos

Der Verbrauch eines viersitzigen Elektroautos wird meist zwischen 15 und 20 kWh/100 km angegeben.

Die Reichweite hängt davon ab, wie groß der Akku ist. Bei den meisten Elektroautos ist er für eine Reichweite von 100–200 km ausgelegt. Technisch wären sogar heute schon Reichweiten von 1000 km und mehr problemlos möglich, allerdings müsste das Elektroauto dann einen ganzen Anhänger voller Akkus ziehen, welche horrend viel kosten würden. Durch das hohe Gewicht, das es auf jeden Berg mitführen und bei jeder Anfahrt mitbeschleunigen müsste, wäre es außerdem ineffizient. Da sieht man, dass maximale Reichweite und Energieeffizienz zwei gegensätzliche Forderungen sind.

Verbrauchstests

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BMW i3

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Mitsubishi I-Miev

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Think City

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Smart ForTwo

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Nissan Leaf

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Renault Zoe

Es ist bekannt, dass bei konventionellen Autos der Treibstoffverbrauch in der Praxis um 10–40% höher als vom Hersteller angegeben ist. Bei Elektroautos wurden tw. weitaus größere Abweichungen nach oben gemessen:

Drastisch geringere Reichweite im Winter

Mit wertvollem Akkustrom zu heizen, ist wirklich nicht sehr intelligent. Deswegen hat z. B. der Karabag 500 E eine Benzinheizung, was allerdings das Bild der emissionsfreien Mobilität stört, zumal seine Heizung keinen Abgasfilter hat und besonders in der Aufwärmphase viele Schadstoffe ausstößt.[8] Zukünftig soll die Heizung mit Bioethanol arbeiten. Die Leistung der Akkus selbst ließe sich durch Beheizung verbessern, was jedoch aus Effizienzgründen einen höheren technischen Aufwand bedeutet. Der Nissan Leaf wird in nördlichen Ländern bereits mit Akkuheizung angeboten. Der Opel Ampera hat eine Akkuheizung serienmäßig.

Elektroautos mit Stromheizung haben im Winter auf Kurzstrecken (während der Aufwärmphase) einen extrem hohen Verbrauch von 30 kWh/100 km und mehr. Sie werden dann also wie Verbrenner auf kurzen Strecken ineffizient, wenngleich aus anderen Gründen.

Reichweitenverlust durch Klimaanlage

Die Kühlung des Autos bei Sommerhitze kostet relativ wenig Strom.

Sonstige Witterungseinflüsse

Bei Regen und Gegenwind erhöht sich der Verbrauch auf Überlandfahrten um rund ein Viertel, z. B. beim E-Golf von 12,5 auf 15,7 kWh/100 km.

Reichweite stark von der Geschwindigkeit abhängig

Während ein Auto mit Verbrennungsmotor üblicherweise bei 60–80 km/h am sparsamsten ist, braucht ein Elektroauto umso mehr Strom, je schneller es fährt.

Schwer kalkulierbar

Weil der Verbrauch eines Elektroautos so stark von Umgebungstemperatur, Streckenbeschaffenheit und Fahrweise abhängt, ändert sich die von Elektroautos im Alltagsbetrieb angezeigte Restreichweite oft sprunghaft. Das sorgt für "Stirnrunzeln" und "bange Fragen" bei den Fahrern. Sie müssen eigene Erfahrungen sammeln und selbst rechnen. Ansonsten können sie durchaus auch mit dem reichweitenstärksten Elektroauto liegenbleiben.

Reichweitenrückgang im Laufe der Zeit

Heute verfügbare Lithium-Akkus altern mit jedem Aufladen und in geringerem Ausmaß auch bei Nichtbenutzung. Ein Absinken der Kapazität um 1–5% pro Jahr ist normal. Zu beachten ist:

Damit die Lithium-Akkus möglichst lange halten, sollten sie weder voll geladen noch ganz entladen werden. Manche Hersteller empfehlen, nur die Kapazität zwischen 20% und 80% zu nutzen. Entsprechend reduziert sich natürlich die Reichweite.

Reichweitenverlängerung

Die vorhersehbare Zukunft von Akkus für Elektroautos lässt keine extreme Verbesserung der Reichweite erwarten. Die einzige Möglichkeit, um ein Elektroauto ebenbürtig zu einem konventionellen Auto zu machen, ist heute das Mitführen eines Verbrennungsmotors (Hybridauto). Das bedeutet jedoch ein zusätzliches Gewicht, welches wiederum den Verbrauch erhöht (wenn der Akku nicht im Gegenzug verkleinert wird).

Mein Fazit

Für gute Werte müssen Abstriche bei der Leistung, Geschwindigkeit und beim Komfort hingenommen werden: also möglichst langsam beschleunigen, maximal mit 100 km/h über die Autobahn, im Winter ohne elektrische Heizung, dann ist ein niedriger Verbrauch und eine relativ hohe Reichweite drin.

Wegen der begrenzten Reichweite sind Elektroautos vor allem im Stadtgebiet gut einsetzbar – allerdings gibt es gerade da meist auch gute öffentliche Verkehrsmittel. Aus Sicht des Umweltschutzes ist das Elektroauto damit eher Konkurrent als Ergänzung zu der Form von Mobilität, die gegenüber dem motorisierten Individualverkehr zahlreiche Vorteile hat.

Weiter

Lademöglichkeiten von Elektroautos

Siehe auch

Quellen

[1] Auto-Touring. Das Mobilitätsmagazin des ÖAMTC, 2/2015, S. 30
[2] Auto-Touring. Das ÖAMTC-Magazin, 4/2014, S. 38
[3] ADAC-Autotest: Mitsubishi I-Miev (PDF), S. 9
[4] Auto-Touring. Das ÖAMTC-Magazin, 5/2010, S. 28
[5] Wesentliche Ergebnisse der E-Mobilitäts-Modellregion VLOTTE (PDF), S. 4, Abb. 3 – Das angesteckte Fahrzeug zieht 121 + 45 = 166 W aus dem Netz (über 1 Tag gemessen). Das sind 24*166/1000 = 3,984 kWh/Tag.
[6] Auto-Touring. Das ÖAMTC-Magazin, 4/2011, S. 6
[7] Auto-Touring. Das ÖAMTC-Magazin, 4/2011, S. 42
[8] ADAC-Autotest: Karabag 500 E (PDF), S. 9
[9] Österreichischer Verein für Kraftfahrzeugtechnik: Batterieelektrische Fahrzeuge in der Praxis (PDF, 2 MB), S. VI (im PDF S. 8)
[10] Auto-Touring. Das ÖAMTC-Magazin, 3/2012, S. 8
[11] ADAC-Autotest: Karabag 500 E (PDF), S. 9