Verbrauch und Reichweite von Elektroautos
Der Verbrauch eines viersitzigen Elektroautos wird meist zwischen 15 und 20 kWh/100 km angegeben. Die Reichweite hängt davon ab, wie groß der Akku ist. Bei den meisten Elektroautos ist er für eine Reichweite von 100–
Verbrauchstests
Es ist bekannt, dass bei konventionellen Autos der Treibstoffverbrauch in der Praxis um 10–
- Der Think City hatte im Praxistest des ÖAMTC einen Verbrauch von 25,3 kWh/100 km. "Die versprochene Reichweite von 160 km ist nur unter optimalsten Umständen erreichbar." Realistisch seien rund 100 km.[1] Der extrem hohe Verbrauch des Think City liegt an seinem Zebra-
Akku, der ständig auf einer Temperatur von rund 300°C gehalten wird. Dafür verbraucht er 4 kWh/Tag.[2] Ein Elektroauto mit Zebra- Akku ist also eigentlich eine rollende Nachtspeicherheizung. Für ein Auto, das nur wenige Stunden pro Tag bewegt wird, ist dieser Akku- Typ ineffizient. Mittlerweile wird der Think City auch – wie fast alle modernen Elektroautos – mit Lithium-Akku angeboten. Bei dem entfällt der extreme Heizaufwand. - Der Mitsubishi I-Miev braucht im ADAC-
Fahrzyklus durchschnittlich 16,94 kWh/100 km, innerorts sogar nur 11,3 kWh/100 km, auf der Autobahn jedoch 24,64 kWh/100 km.[3] Versprochen werden 144 km Reichweite, aber die Tester von Autobild haben in der Praxis max. 100,5 km geschafft. Nur im Energiesparmodus, wo die Motorleistung spürbar reduziert ist, sei mehr zu erzielen. Die Akkus von Elektroautos arbeiten effizienter, wenn sie nur kleine Leistungen abgeben müssen. - Beim Karabag 500 E hat der ADAC einen Verbrauch von 13,98 kWh/100 km gemessen.[4] Sein 22-
kWh- Akku sollte daher für die versprochene Reichweite von 140 km mehr als ausreichend sein. Dennoch ist einigen Fahrern dieses Elektroauto- Modells bereits nach 70 km der Strom ausgegangen. Ursache: Sie sind zu schnell gefahren. - Das Vorserienmodell des Elektro-
Minis sollte laut Hersteller BMW 15 kWh/100 km verbrauchen. Ein Tester der Süddeutschen Zeitung kam jedoch im alltäglichen Betrieb auf Werte zwischen 22 und 35 kWh/100 km. Außerdem bemerkte er schon bei einem Akku- Ladestand von 30% einen deutlichen Leistungsabfall des Gefährts, was die effektive Reichweite weiter reduziert.
Drastisch geringere Reichweite im Winter
- Der Smart ForTwo schaffte bei 23°C Außentemperatur eine Fahrt über 159 km, aber bei –7°C im selben Testzyklus nur 84 km, obwohl die Reichweite laut Hersteller 120 km beträgt. Ursache für den Leistungseinbruch im Winter ist zum einen die geringere Effizienz von Lithium-
Akkus, wenn es kalt ist, und zum anderen die akkubetriebene Stromheizung des Innenraums. - Der Mitsubishi I-Miev erreichte im Test des ÖAMTC bei 20°C Außentemperatur 100 km, bei 10°C noch 79 km und bei 0°C nur 66 km, wobei der Innenraum auf 22°C beheizt wurde. Die Werksangabe für die Reichweite ist 150 km.[5]
- Beim Citroen C-Zero, der baugleich zum Mitsubishi I-Miev ist, waren unter 0°C bei Verzicht auf die Heizung max. 75 km erreichbar. "Nach einigen Autobahnkilometern und Einsatz der Heizung waren im Test mit einer Akkuladung nur mehr 38 km möglich. Dementsprechend schwankt der hochgerechnete Stromverbrauch für 100 km zwischen 21 und 42 kWh."[6] Ein Test des Deutschen Kraftfahrzeug-
Überwachungsvereins (Dekra) kam zu ähnlichen Ergebnissen.
Mit wertvollem Akkustrom zu heizen, ist wirklich nicht sehr intelligent. Deswegen hat z. B. der Karabag 500 E eine Benzinheizung, was allerdings das Bild der emissionsfreien Mobilität stört, zumal seine Heizung keinen Abgasfilter hat und besonders in der Aufwärmphase viele Schadstoffe ausstößt.[7] Zukünftig soll die Heizung mit Bioethanol arbeiten. Die Leistung der Akkus selbst ließe sich durch Beheizung verbessern, was jedoch aus Effizienzgründen einen höheren technischen Aufwand bedeutet.
Reichweite stark von der Geschwindigkeit abhängig
Während ein Auto mit Verbrennungsmotor üblicherweise bei 60–
Reichweitenrückgang im Laufe der Zeit
Heute verfügbare Lithium-
Damit die Lithium-
Reichweitenverlängerung
Die vorhersehbare Zukunft von Akkus für Elektroautos lässt keine extreme Verbesserung der Reichweite erwarten. Die einzige Möglichkeit, um ein Elektroauto ebenbürtig zu einem konventionellen Auto zu machen, ist heute das Mitführen eines Verbrennungsmotors (Hybridauto). Das bedeutet jedoch ein zusätzliches Gewicht, welches wiederum den Verbrauch erhöht.
Mein Fazit
Für gute Werte müssen Abstriche bei der Leistung, Geschwindigkeit und beim Komfort hingenommen werden: also möglichst langsam beschleunigen, maximal mit 80 km/h über die Autobahn, im Winter ohne elektrische Heizung, dann ist ein niedriger Verbrauch und eine relativ hohe Reichweite drin.
Wegen der begrenzten Reichweite sind Elektroautos vor allem im Stadtgebiet gut einsetzbar – allerdings gibt es gerade da meist auch gute öffentliche Verkehrsmittel. Aus Sicht des Umweltschutzes ist das Elektroauto damit eher Konkurrent als Ergänzung zu der Form von Mobilität, die gegenüber dem motorisierten Individualverkehr zahlreiche Vorteile hat.
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Quellen
| [1] | Auto- | ||||||||||
| [2] | Artikel über den Think (PDF, 1 MB) in Photon, 9.2007, S. 38 (im PDF S. 9) – "Nach etwa einer Woche ist der Stromspeicher ... leer – selbst, wenn sich das Elektroauto keinen einzigen Meter bewegt." Der Akku speichert 28 kWh (siehe S. 33 bzw. im PDF S. 4). Daraus ergeben sich 28/7 = 4 kWh/Tag. | ||||||||||
| [3] | ADAC-| [4]
| ADAC- | [5]
| Auto- | [6]
| Auto- | [7]
| ADAC- | [8]
| Auto- | |


