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Ladesäule
Zukunft von Elektroautos
Vollwertige, seriengefertigte Elektroauto-Modelle sind bereits erhältlich. Die Nachfrage hält sich aber in engen Grenzen: Im 1. Halbjahr 2011 wurden in ganz Europa nur 5222 Elektrofahrzeuge verkauft, nach 507 Stück im 1. Halbjahr 2010. In Österreich waren per Ende 2010 insgesamt nur 353 Elektroautos zugelassen; 2011 kamen 631 dazu. Das sind vernachlässigbare 0,2% aller neuen Autos. Angesichts hoher Kaufpreise und begrenzter Reichweite von Elektroautos ist diese Kaufzurückhaltung – trotz großer Begeisterung für das Elektroautofahren und tw. ansehnlicher Förderungen – verständlich. Die Frage ist, ob bzw. wie schnell sich das ändern wird.
Marktanteil
Potenzial
- In einer viel zitierten Studie kommt das Umweltbundesamt zu dem Schluss, dass der Elektroauto-Bestand in Österreich bis 2020 auf "ungefähr 210 000 Fahrzeuge" anwachsen kann – allerdings inklusive solche mit zusätzlichem Verbrennungsmotor und unter idealen politischen, wirtschaftlichen und technischen Bedingungen. Der komplette Ersatz aller Autos durch rein oder überwiegend elektrisch angetriebene Fahrzeuge "würde auch unter günstigen Bedingungen und effektiver Klimapolitik voraussichtlich bis mindestens 2075 dauern."[1]
- Die österreichische Energieagentur prognostiziert für das Jahr 2020 etwas mehr als 100 000 reine Elektroautos in Österreich – aber nur wenn "starke ordnungs- und anreizpolitische Eingriffe" kommen. Mit der bisher beschlossenen Politik wären nur max. 25 000 Elektroautos bis 2020 zu erwarten. Bis 2050 schätzt die Energieagentur das Potenzial je nach Politik auf 1–2,7 Millionen Elektroautos in Österreich.[2]
Prognosen
| Optimistisch
| Pessimistisch
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- Das Umweltministerium geht von 250 000 Elektrofahrzeugen im Jahr 2020 aus.[3]
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- Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie sieht im "realistischen" Szenario max. 135 280 reine Elektrofahrzeuge – im schlimmsten Fall gar nur max. 5 683 in Österreich 2020.[4]
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- Laut Verkehrsclub Österreich ist für Europa ein Elektroauto-Anteil von 10% im Jahr 2020 erwartbar. Dazu verweist der Club auf andere Studien, die Werte zwischen 0 und 35% errechneten.[5]
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- Eine Studie der TU Wien sieht bis 2024 keinen nennenswerten Zuwachs im Bereich der Elektrofahrzeuge, selbst wenn die Energiepreise stark steigen und die Politik ambitionierte Maßnahmen ergreift.[6]
- Ein Ölexperte, der vom ÖAMTC interviewt wurde, hält es für undenkbar, dass sich Elektroautos vor 2025 in größerem Ausmaß durchsetzen.[7]
- Die internationale Beratungsfirma "Oliver Wyman" kam in einer Studie zu dem Ergebnis, dass reine Elektrofahrzeuge bis 2025 weltweit nur einen Marktanteil von rund 3% erzielen werden.
- Umfassende Recherchen und Analysen der Boston Consulting Group ergaben: Bis 2020 bleiben Akkus wahrscheinlich teuer und Elektroautos selten.
- Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft und der Deutschen Bank wird der Anteil von Elektroautos an allen Neuzulassungen von derzeit 0,5% bis 2020 auf 3% steigen. Nur bei hoher staatlicher Förderung und schnellem technologischem Fortschritt wären zu dem Zeitpunkt schon 6–8% zu erwarten.
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- Marktbeobachter rechnen für Europa mit 7 Millionen Elektroautos im Jahr 2020, bis zum Jahr 2030 könnten es schon doppelt so viele sein.[8]
- Der deutsche Bundesverband E-Mobilität erwartet bis 2020 nicht weniger als 4–5 Millionen Elektroautos allein in Deutschland. Sobald die deutschen Hersteller mit eigenen Elektroauto-Modellen auf den Markt kommen, werde es einen kräftigen Schub geben.
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- Die deutschen Autobauer gehen derzeit davon aus, dass rein batterieelektrisch betriebene Autos auf absehbare Zeit im Wesentlichen auf die Nische der Stadtautos beschränkt bleiben. Die meisten Prognosen erwarten einen weltweiten Zulassungsanteil zwischen 3 und 5% bis 2020.
- VW rechnet mit 1,5% Elektroautos im Jahr 2020.
- Bosch sieht "auch in 20 Jahren kaum Elektroautos".
- "Der klassische Verbrennungsmotor wird auch in den nächsten 20–30 Jahren die primäre Antriebsquelle bleiben", sagt der oberste Motoren- und Antriebsentwickler bei Mercedes.[9]
- "Elektromobilität werde ... in den nächsten 15 Jahren für die Stromfirmen kaum ein zentraler Geschäftszweig werden", prophezeit die Schweizer Stromfirma BKW.
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Ziele
Kosten
- Selbst bei günstigsten Annahmen über die zukünftige Kostenentwicklung "muss ein Kunde in 10 Jahren für ein Elektroauto der Golf-Klasse um die 20 000 Euro mehr hinblättern als für die konventionelle Variante desselben Modells", vermutet der Verkehrsexperte von Greenpeace Deutschland.
- Im Jahr 2025 sind die Lebenszykluskosten des Elektrofahrzeugs um etwa 3500 Euro (ca. 10%) niedriger als ein konventionelles Fahrzeug, errechnete die Wyman-Studie.[10] Auf absehbare Zeit bleibt das Elektroauto aber unwirtschaftlich.
Reichweite
- "Von dem Bild, dass ich einfach in ein Elektroauto steige und nach Salzburg fahre, muss man sich verabschieden. Das wird es auch in 20 Jahren nicht geben", meint der Chef des ÖAMTC.
Meine Einschätzung
Davon, dass Elektroautos unmittelbar "vor dem Sprung auf den Massenmarkt" stehen, kann keine Rede sein. Bis 2020 werden sie auch bei optimistischen Annahmen keinen nennenswerten Beitrag zu irgendwelchen Umweltzielen leisten können. Ich befürchte, dass reine Elektroautos überhaupt nur ein Hype sind und nie vom Massenmarkt akzeptiert werden. Daran könnten meiner Einschätzung nach nur extrem hohe Förderungen etwas ändern, die jedoch hoffentlich nicht kommen, weil das Geld dann an anderer Stelle, wo es weit mehr bewirken würde, fehlt.
Weiter
Siehe auch
Quellen