Lademöglichkeiten von Elektroautos
Elektroautos brauchen "nur eine ganze normale Steckdose", hört man immer wieder. Klingt einfach, aber es gibt eine Reihe von Hindernissen:
- Wenn du keine Garage hast, wirst du dir im Alltag schwertun.
- Akku herausnehmen und mit nachhause nehmen, geht nicht, da der Akku eines Elektroautos mehrere hundert Kilogramm wiegt.
- Ein Verlängerungskabel bis auf die Straße wird wohl auch nicht möglich sein.
- Zum Stromtanken irgendwo anders hinzufahren, wird dir auf die Dauer wegen der langen Ladezeiten wahrscheinlich zu mühsam sein.
- Selbst wenn du eine Garage mit Steckdose hast, wirst du von verschiedenen Seiten gewarnt, diese zum Laden deines Elektroautos zu verwenden:
- "Viele Anschlüsse sind nicht für das stundenlange Laden bei hoher Last ausgelegt", informiert die deutsche Stromfirma Eon und empfiehlt "dringend das Laden über eine besonders gesicherte Ladebox oder Ladesäule."
- Ansonsten riskierst du eine Überlastung deiner Stromleitungen und einen Brand, klärt ein Elektroautodienstleister ("The Mobility House") auf.
- Auch der ÖAMTC empfiehlt: "Vorher den Haus-
Elektriker Ihres Vertrauens kontaktieren, da ständig mehr als 2 kW durch die Leitungen fließen."[1]
- "Richtige" öffentliche Stromtankstellen gibt es derzeit noch kaum.
- Selbst wenn du eine findest, ist nicht sicher, dass dein Stecker passt, denn die Elektroauto-
Hersteller haben sich bis jetzt nicht auf einen Standard einigen können. Sogar wenn der Stecker passt, kann die Ladung scheitern, weil gewisse Voraussetzungen nicht erfüllt werden (oder das Ladegerät das glaubt).
Kritik
Zwar gibt es viele Gasthäuser und Privatpersonen, die Elektroautofahrern eine Steckdose anbieten, aber in der Praxis kann es dennoch mühsam sein, eine zu finden. Eine Bloggerin schreibt:
Um so ziemlich alle Tankstellen einzusehen, müsste man alle Plattformen Elektrotankstellen.net, E-Tankstellen- , LEMnet durchforsten und bei ersterem sogar ein PDF durchsuchen!! Meine lieben Leute, da geht noch mehr! ... Interessant wäre auch noch eine Suchfunktion "über Nacht"Finder
Die meisten der gelisteten Elektrotankstellen sind für Ausflüge und Reisen, aber nicht für die alltägliche Benutzung geeignet. Über öffentliche Ladesäulen berichteten mir Elektroautofahrer von anderen Kinderkrankheiten:
- Bei manchen bekommt man eine Rechnung per Post, wobei das Porto mehr als der Rechnungsbetrag ausmacht. Zum Glück braucht man das Porto nicht bezahlen, aber es zeigt, dass das Abrechnungssystem noch nicht ausgereift ist.
- Wenig professionell erscheint auch eine Ladestelle, wo jedesmal, wenn ein Passant vorbeigeht, der Strom abgeschaltet wird ("aus Sicherheitsgründen").
Zukunft
Eine Elektrozapfsäule für einen einzelnen Stellplatz kostet 2000 EUR. Dementsprechend wird der Strom dort deutlich teurer als zuhause sein (denn der Staat kann nicht auf ewig fördern). Wer zuhause eine Lademöglichkeit hat, wird daher nur im Notfall außer Haus Strom tanken. Bei einem Praxistest in Chemnitz wurde genau das beobachtet.[2] Wer nicht zuhause laden kann, der wird sich die Anschaffung eines Elektroautos gut überlegen, denn mit dem teuren Strom werden die Kosten eines Elektroautos kaum geringer als bei einem konventionellen Auto sein. Unter diesen Umständen kann es gut sein, dass auch auf lange Sicht nur relativ wenige Stromtankstellen gebaut werden. Meistens werden sie leerstehen, dafür wird man z. B. bei großen Veranstaltungen keine einzige freie finden.
Zumindest Schnellladestationen wird es mittelfristig "nicht flächendeckend" geben, da diese sehr hohe Anforderungen an das Stromnetz stellen.[3] Eine einzige solche Station kostet 25 000–
Mein Fazit
Es scheint nicht einfach zu sein, mit dem Bau von Ladestationen Geld zu verdienen. Steckdosen in jedem Laternenmast bleiben wohl Utopie.
Alternativen
Technisch machbar sind auch Konzepte, wo man keine Ladestation im herkömmlichen Sinn braucht. Ob diese Alternativen irgendwann marktreif werden, ist jedoch fraglich. Siehe Zukunft von Akkus für Elektroautos
Weiter
Quellen
| [1] | Auto- |
| [2] | Pressemeldung vom 16.2.2010 – "Obwohl die Testfahrer angaben, dass eine öffentliche Ladeinfrastruktur wichtig sei, nutzten sie nicht diese, sondern ausschließlich die installierte Struktur in ihren Privathäusern ... Das sei bequemer, zudem habe man hier den günstigeren Nachtstrom genützt." |
| [3] |
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