Welchen Anteil hat der Straßenverkehr am Feinstaub-Problem?
Die Autofahrerclubs kämpfen gegen "einseitige Kampagnen", "Feinstaub-Hysterie" und "unseriöse Zahlenspiele" mit "objektiven Informationen":
- Nur 15% des Feinstaubs kommen vom Straßenverkehr, nur 5,3% kommen von Diesel-Autos.
- Den größten Anteil an Feinstaub produzieren die Haus-Heizungen, gefolgt von der Industrie. Im Straßenverkehr sind besonders Diesel-Fahrzeuge ohne Partikelfilter die Verursacher. In den Semesterferien (mit einem spürbar geringeren Verkehrsaufkommen) sind die Feinstaub-Werte in Wien stark angestiegen.[1]
- Die Feinstaub-Belastung ist in Österreich nachweislich seit 1990 rückläufig. Der aus dem Straßenverkehr stammende Feinstaub ist in den letzten 10 Jahren um 37,5% weniger geworden.
Was stimmt?
- Es ist richtig, dass die Feinstaub-Belastung stark von der Wetterlage abhängt und hauptsächlich im Winter ein Problem ist.
- 75% des Feinstaubs, der in der Wiener Luft vorhanden ist, kommt von außen.
- Die Feinstaub-Belastung ist in Österreich tatsächlich seit 1990 leicht gesunken (–6,9% bzw. –12,0%).
Was wird verschwiegen?
- Die offiziellen Feinstaub-Berichte zeigen, dass bei Messstellen neben Straßen der Verkehr für 49% des gesamten Feinstaubs verantwortlich ist.
- Dieselruß ist besonders gefährlicher Feinstaub.
- Feinstaub, der von der Industrie ausgestoßen wird, besteht oft aus sehr feinen Sandteilchen, die zwar schwerer, aber weit weniger gesundheitsschädlich als der fast masselose Dieselruß sind.[2]
- Reifen und Bremsen verursachen mehr Feinstaub als die Motorabgase.[3]
- Autofahrer sind selbst gefährdet, denn Feinstaub ist im Auto-Innenraum hoch konzentriert.
- Es gibt keinen Grenzwert, unter dem Feinstaub harmlos ist!
Die von Ärztekammer und Umweltbundesamt geschätzten 1500 bzw. 5500 Feinstaub-Todesopfer in Österreich pro Jahr werden vom ÖAMTC als "unseriöse Zahlenspiele" bezeichnet, obwohl er an anderer Stelle selbst einen Arzt zitiert, wonach Feinstaub das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, um bis zu 10% erhöht! Der Autofahrerclub stellt sich damit mit Lobbys, die den Zusammenhang von Rauchen mit Krankheit und Tod bestreiten, auf eine Stufe.
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Quellen