Mario Sedlak
Umweltschutz
Fotos
Hauptthemen
Foto

Der zentrale Speicherkanal (2018) vor der Inbetriebnahme

Foto

Doppelte Ausführung im Stauraum des Murkraftwerks Puntigam

Foto

Der Kanal in Bau (2017)

Foto

Der fertige Kanal ist nicht sichtbar.

Foto

Stauraum Murkraftwerk Gössendorf

Foto

Stauraum Murkraftwerk Puntigam

Foto

Frei fließende Mur nördlich der Hauptbrücke

Zentraler Speicherkanal in Graz

Graz besitzt eine Kläranlage südlich der Stadt in Gössendorf. Da die bestehenden Abwasserkanäle dorthin nicht ausreichen, wird ein neuer, viel größerer Kanal entlang der Mur gebaut (im Uferbereich, tw. unter dem Flussbett, nach Fertigstellung kaum zu sehen[1]).

Daten

Abschnitt Länge Speichervolumen Bau Kosten
Stauraum Murkraftwerk Gössendorf 3,2 km 22 000 m3 2009–2012[2] ca. 20 Millionen €[3]
Stauraum Murkraftwerk Puntigam (Radetzkybrücke – Hortgasse) 5,2 km 69 000 m3 2017–2022 84,4 Millionen €
bis Kalvarienbrücke 2,1 km 9 000 m3 abgesagt[4] hoch, da felsiger Untergrund
Gesamt 10,5 km 100 000 m3 [5]

Innenquerschnitt (Breite × Höhe):[6]

Die Kosten des ersten Abschnitts bei Gössendorf sind deswegen geringer, weil oberirdisch im Trockenen gebaut werden konnte und außerhalb der Stadt mehr Platz vorhanden war.[7]

Notwendigkeit

Bei stärkeren Regenfällen geht der derzeitige Kanal über. Das Abwasser fließt dann ungeklärt in die Mur. Darin sind auch Abflüsse von Toiletten enthalten, da diese in 70% des Grazer Kanalnetzes nicht getrennt vom Regenwasser gesammelt werden.[8] Die Mengen sind beträchtlich:

Der Bau des Speicherkanals war Voraussetzung für eine umweltrechtliche Genehmigung des Murkraftwerks Puntigam.

Grenzen

Auch mit dem zentralen Speicherkanal werden noch über 40% des Regenwassers (zusammen mit sonstigem Abwasser) ungeklärt in die Mur fließen, weil bei Starkregen das vorgesehene Speichervolumen nicht ausreicht und die Kläranlage nur max. 3,2 m3/s aufnehmen kann. Außerdem werden mit dem Kanal, so wie er derzeit geplant ist, die Überläufe nördlich des Kraftwerksstauraums nicht erfasst.

Diskussion

Ich dachte, dass sich alle einig sind, dass man den Schmutz nicht einfach in einen (heute recht sauberen) Fluss leiten soll. Naturschützer trauern aber mehr um die Bäume, die während der Bauarbeiten entfernt werden müssen! Siehe Kritik am zentralen Speicherkanal in Graz

Weiter

Kritik am zentralen Speicherkanal in Graz

Weblinks

Quellen

[1] Rohstoff, 11.2014 (PDF, 4 MB), S. 16 (im PDF S. 9)
[2] Stadt Graz: Bericht an den Gemeinderat, 25.2.2016 (PDF, 2 MB), S. 14
[3] Mitteilung der Grazer Stadtwerke (Holding Graz) vom 22.3.2017 an mich

Die vom Grazer Stadtrechnungshof im Informationsbericht an den Kontrollausschuss, Projektprüfungen 3. Quartal 2015 (PDF, 9 MB) auf S. 21 veröffentlichten 8,9 Millionen € sind die Kosten für die Stadt Graz ohne Anteil der Kraftwerkserrichter.

[4] Auskunft im Dialogbüro der Grazer Stadtwerke (Holding Graz) am 15.9.2017
[5] Grazer Stadtrechnungshof: Informationsbericht an den Kontrollausschuss, Projektprüfungen 1. Quartal 2016 (PDF, 2 MB), S. 14
[6]
[7] Mitteilung der Grazer Stadtwerke (Holding Graz) vom 22.3.2017 an mich
[8] Rohstoff, 11.2014 (PDF, 4 MB), S. 16 (im PDF S. 9)

Seite erstellt am 16.2.2017 – letzte Änderung am 6.5.2018