Mario Sedlak
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Aufkleber am Postkästchen

Werbematerial abbestellen

Die Flut von Werbung im Postkasten oder an der Wohnungstür ist zwar kostenlos, aber nur selten ist etwas wirklich Nützliches dabei. Manchmal bekam ich fast den Eindruck, die Unternehmen glauben, ich richte mir jede Woche meine Wohnung neu ein.

Ich fühl mich zwar von Werbezuschriften nicht belästigt, aber Berge von Druckwerken ungelesen zum Altpapier zu geben, erschien mir irgendwann nicht mehr vertretbar. Denn selbst wenn die Prospekte alle aus Recycling-Papier und mit umweltfreundlichsten Verfahren hergestellt werden würden, bleibt ein unnötiger Verbrauch an Rohstoffen und Energie, den ich selbst zu verantworten habe, da ja jeder die Möglichkeit hat, das Werbematerial abzulehnen.

Wo bekommt man den Aufkleber?

1. Möglichkeit: Beim Fachverband Werbung

Das ist die komplizierteste Variante, denn die (Werbe-)Wirtschaft ist natürlich alles andere als erfreut darüber, wenn jemand keine "potenziell interessanten Informationen, Gutscheine oder Warenproben" mehr haben will. Den Aufkleber musst du per Brief anfordern und einen frankierten Rückumschlag beilegen. Näheres schreibt die Wirtschaftskammer Österreich auf einer Website. Wichtig: Wenn du sowohl für die Wohnungstür als auch für's Postkästchen einen Aufkleber brauchst, musst du das bei der Anforderung ausdrücklich dazuschreiben. Mehr wie zwei Stück bekommst du nicht.

Am Postamt bekommst du den Aufkleber nicht. Wenn du dort fragst, bekommst du nur ein kleines Zettelchen mit denselben Informationen wie auf genannter Website.

2. Möglichkeit: Selbst ausdrucken

Die Umweltberatung bietet eine schöne Vorlage an.

Robinson-Liste

Der Aufkleber "Bitte keine unadressierte Werbung" schützt nicht vor Werbesendungen, bei denen du mit Name und Anschrift als Empfänger genannt wirst. Um aus den Datenbanken der Adress-Händler gelöscht zu werden, musst du ein eigenes Schreiben absenden. Das geht diesmal auch per E-Mail.

Die Liste, in die du dich damit eintragen lässt, gilt nur für Österreich. Um auch aus Deutschland keine Werbepost mehr zu bekommen, kannst du dich in die deutsche Robinson-Liste eintragen. Das werde ich erst bei Bedarf tun.

Eine weitere Liste gibt es, um E-Mail-Werbung abzubestellen. Hab ich aber nicht genützt, denn echte Spam-E-Mails kann man damit nicht loswerden und für seriöse Unternehmen ist Werbung per E-Mail ohnehin verboten, wenn der Empfänger nicht vorher zugestimmt hat.

Meine Erfahrung

Die Abmeldung klappte problemlos. Ich spare jetzt Zeit, da mein Altpapierkorb nicht mehr so schnell voll wird.

In dem Haus, in dem ich wohne, legen viele Mieter die Werbeblätter, die sie nicht (mehr) brauchen, auf die Postkästchen. Daher kann ich mir Flugblätter und Zeitungen, die ich lesen möchte, von dort nehmen. Aber wenn es diese Möglichkeit nicht gäbe, wär's für mich auch kein Problem. Dass ich vielleicht mal ein Sonderangebot versäume, nehme ich in Kauf. Sonst müsste ich mir den Vorwurf gefallen lassen, für meinen eigenen Profit die Umwelt zu belasten.

Einige Firmen, hauptsächlich Pizza-Dienste, ignorieren den Aufkleber. Ob sie glauben, dass ihre teuer gedruckte Werbung so an einen guten Platz kommt?

Weblinks