Mario Sedlak
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Mit Solarzellen versehenes Kunstwerk am Kardinal-Rauscher-Platz in Wien 15

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Solarzellen vor der UNO-City in Wien 22 – am Nachmittag leider im Schatten des Hochhauses

Kritik an Solarzellen

Um Solarzellen gibt es meines Erachtens einen regelrechten Hype. Tw. werden sie sogar als Gestaltungselement in Fassaden oder Kunstwerken eingesetzt, obwohl sie dort weniger Ertrag als auf einem Dach bringen. Und diese Ertragseinbuße wird (bzw. wurde) u. U. sogar noch mit höheren Einspeisetarifen gefördert.

Die Solarindustrie war zumindest bis 2008 zu 100% ausgelastet[1], weil sie in Deutschland unbegrenzt gefördert wurde. (Nun arbeiten nur noch Fabriken, die kostengünstig produzieren können.) Die vorhandene Erzeugungskapazität könnte besser genützt werden, wenn man die Solarzellen an den effizientesten Standorten anbringt anstatt zur Dekoration oder an Orten, die tw. im Schatten liegen. Im Süden von Italien oder Spanien bringt die gleiche Solarzelle fast doppelt so viel Ertrag wie in Österreich oder Deutschland. Ich fände es daher sinnvoller, die Anlagen dort zu errichten.

Nicht immer die beste Alternative

Die Begeisterung für Solarzellen ist so groß, dass man darüber zu vergessen scheint, dass es auch noch Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung gibt. Wer sein Haus besonders umweltfreundlich machen will, sollte zuerst an die Nutzung der Sonnenwärme und erst dann an Solarzellen denken, denn im Gegensatz zu Strom kann Wärme nicht von weit hertransportiert werden.

Flächenbedarf und Wirkungsgrad

Kritiker meinen, das Sonnenlicht habe "eine zu geringe Energiedichte", sodass Solarzellen keine ernstzunehmende Alternative zu konventionellen Kraftwerken sind. Das Argument finde ich befremdlich, denn es würde wohl niemand auf die Idee kommen, zu sagen, Landwirtschaft lohnt sich nicht, da die "Energiedichte zu gering" ist. Aber Solarzellen sind bei der Gewinnung nutzbarer Energie mehrere 100 Mal effizienter als Pflanzen! D. h. ein Feld, das mit Biomasse zur Energiegewinnung bepflanzt wird, liefert weniger als 1/100 so viel Ertrag wie die gleiche Fläche Solarzellen.

Der Wirkungsgrad von Solarzellen kann durch technische Fortschritte noch verbessert werden. Viel dringender wäre allerdings, den Ertrag pro Euro zu optimieren, da dieser derzeit der begrenzende Faktor ist. Flächen gibt es noch für lange Zeit genug.

Kritik von Großanlagen auf freiem Feld

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Solarzellen-Freiflächenanlage in Tschechien

Wenn einmal die ideal geeigneten Dachflächen zur Neige gehen und für eine effiziente Solarstromproduktion immer mehr offene Flächen verwendet werden, wird es mit der Beliebtheit der Solarzellen wahrscheinlich bald vorbei sein. Erste Anzeichen kann man schon erkennen:

Kosten

Die hohen Kosten sind der Hauptkritikpunkt an Solarzellen und bringen ihr gutes Ansehen in Gefahr: Wer sich in Deutschland Solarzellen anschafft, fühlt sich zunehmend verantwortlich dafür, dass der Nachbar mehr für Strom zahlen muss.[2]

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Dezentrale Kraftwerke

Siehe auch

Quellen

[1] Greenpeace: Klimaschutz: Plan B. Nationales Energiekonzept bis 2020 (PDF, 1,1 MB), S. 80 (im PDF S. 84)
[2] Sonne, Wind & Wärme. Das Branchen-Magazin für alle erneuerbaren Energien, 1/2011, S. 94