Populäre Irrtümer über Aktien
Voraussehbarkeit von Kursentwicklungen
Viele Anleger sind überzeugt, dass sie mittels sorgfältiger Analyse voraussehen können, welche Aktie mit höherer Wahrscheinlichkeit steigt als andere – oder sie glauben zumindest, dass die professionellen Anleger diese Weitsicht haben. Wissenschaftlich haltbar ist diese Überzeugung nicht. Siehe aktives Vermögensmanagement. Ich gehe davon aus, dass der weitere Kursverlauf einer Aktie zu jeder Zeit völlig offen ist.
Der Kleinanleger ist immer der Dumme
In den Medien wird meines Erachtens oft einseitig berichtet:
- Nach einem fulminanten Kursanstieg zeigt man reiche Manager, die mit Aktien noch reicher geworden sind.
- Nach einem größeren Kurseinbruch zeigt man Kleinanleger, die nun "alles verloren" haben.
Es wird der Eindruck erweckt, als ob der Kleinanleger immer auf der Verliererseite ist und der Großinvestor es sich immer richten kann. Aber auch ein Großanleger kann die Kurse nicht ohne Weiteres zu seinem Gunsten beeinflussen:
- Will er eine größere Menge kaufen, steigt der Preis.
- Will er viel verkaufen, sinkt der Preis.
Also gerade immer das Gegenteil von dem, was ihm nützt.
Möglich sind Kursmanipulationen, indem man Gerüchte über das Unternehmen in Umlauf bringt. Einen großen Einfluss auf Kurse können auch Empfehlungen von Analysten haben. Im Extremfall bewirkt die Prognose ihre eigene Erfüllung. Wird etwa ein Kursanstieg vorausgesagt und kaufen daraufhin viele Anleger die Aktie, steigt diese tatsächlich im Preis. Vor allem Aktien von kleineren Unternehmen sind so beeinflussbar. Im Normalfall aber sind die Empfehlungen von Analysten genauso verlässlich wie wenn man Aktien mit dem Dartpfeil auswählt.
Verbotene Gewinne können Mitarbeiter von Aktiengesellschaften machen, wenn sie etwas über das Unternehmen wissen, was noch nicht allgemein bekannt ist. Nutzen sie ihr Insider-
Gute Aktien verkauft man nicht
Microsoft ist eines der profitabelsten Unternehmen der Welt. Man könnte denken, wer Aktien von Microsoft besitzt, wird diese sicher nicht mehr verkaufen. Doch das stimmt nicht; es ist alles eine Sache des Preises. Für das Zwanzigfache des jährlichen Gewinns kann es klug sein, die Aktie abzugeben – schließlich ist gar nicht sicher, was mit Microsoft in 20 Jahren sein wird. Und wenn das Zwanzigfache zu wenig ist, dann pendelt sich Angebot und Nachfrage vielleicht beim Dreißig- oder Vierzigfachen ein.
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